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Fußball
[18.05.2009]
»Veilchen« gewinnen 2:0 in Genk - Kurz nach Abpfiff die Nachricht: Doch kein Remis in Gent

Anderlechter Fan-Jubel verdrehte Spielern den Kopf

Guillaume Gillet verstand nach dem Schlusspfiff in Genk die Welt nicht mehr. Er war nicht der einzige Anderlechter Spieler, der davon ausgegangen war, dass Gent gegen Standard der Ausgleich gelungen war.
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Die letzten Minuten des Spiels Genk-Anderlecht waren dramatisch. Auf dem Platz war zwar alles entschieden (2:0 für die »Veilchen«), aber plötzlich verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf den Tribünen der Cristal Arena die Nachricht: Elfmeter beim Spiel Gent-Standard.

Die Szene hatte etwas Surreales: Mbark Boussoufa, einmal mehr Torschütze für Anderlecht (1:0 in der 38. Minute) sollte Sekunden vor Schluss einen Eckball ausführen. Boussoufa sah vom Schiedsrichter die Gelbe Karte; nicht etwa, weil er bewusst auf Zeit gespielt hätte, sondern weil seine Blicke immer wieder zu den Fans und zur Trainerbank schweiften. Als plötzlich der gesamte Anderlechter Fanblock in ekstatischen Jubel ausbrach, war für die Anderlechter Spieler auf dem Platz die Botschaft klar: AA Gent musste gegen Standard Lüttich kurz vor Schluss der Ausgleich gelungen sein. Das wiederum hätte bedeutet: 13. Landesmeistertitel für die »Veilchen«.

Traube am Bildschirm

Was die Profis des Rekordmeisters auf dem Rasen nicht wussten: Die Fans bejubelten kein Tor in Gent, sondern lediglich den Elfmeter, den aber Bryan Ruiz (s. Seite rechts) verschießen sollte. Am Spielfeldrand der Cristal Arena spielten sich emotionsgeladene Szenen ab: Dicht gedrängt beugten sich Anderlechter Reservespieler und Betreuer über einen Bildschirm des Pay-TV-Senders Belgacom TV, über den die entscheidende Szene in Gent flimmerte: Bolat hält den Strafstoß von Ruiz, und die Anderlechter Menschentraube versinkt in Enttäuschung.

Erst nach dem Schlusspfiff erhalten die »Veilchen«-Profis die endgültige Gewissheit: Nichts war’s mit dem vermeintlichen 1:1-Ausgleich von AA Gent gegen Standard Lüttich. Die »Rouches« hatten ihren Sieg dank Elfmeter-Killer Sinan Bolat über die Runden gerettet, was bedeutete: Entscheidungsspiel. »Fußball kann manchmal grausam sein«, stammelte ein sichtlich enttäuschter Mbark Boussoufa in die Fernsehkameras. Sein Mitspieler Tom De Sutter lag gedankenversunken auf dem Rasen, als habe er dieses Spiel nicht mit 2:0 gewonnen, sondern sei von Genk aus dem Stadion geschossen worden. Welch eine Dramatik.

Hausaufgaben gemacht

Anderlecht hat bei Racing Genk bravourös seine Hausaufgaben erledigt: Nach dem Führungstor von Boussoufa (per Kopf...) erhöhte Wasilewski (bei ihm war der Kopfball weniger überraschend) in der 56. Minute auf 0:2. Wie bereits in den letzten Wochen präsentierten sich die Gastgeber in erschreckend schwacher Verfassung: Ein Lattentreffer von Pudil war das Einzige, was Genk an diesem Abend zustande brachte. Man darf gespannt sein, ob die Limburger pünktlich zum Pokalfinale am kommenden Samstag den Hebel noch einmal umlegen können.(boc)



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